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Zukunftsfähiges Freiburg
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1. Platz 
"Zukunftsfähige Kommune"

 

Urkunde

Erster Platz in der Teilnehmerklasse über 100.000 Einwohner
(pdf)

 


Pressemittelung der DUH (pdf)

 

Sieger des Wettbewerbs "Zukunftsfähige Kommune" 2003/2004

 

Die teilnehmenden Städte und Gemeinden im Wettbewerbsjahr 2003/ 2004
Ergebnisse des Wettbewerbs

 

Nachhaltigkeitsindikatoren
Bewertung/Vergleich für Freiburg 

 

Freiburg gewinnt beim Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“

 Freiburg gewinnt den ersten Platz beim Bundeswettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“, der von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) organisiert wurde. Der Bundeswettbewerb ’Zukunftsfähige Kommune’ ist der gelungene Versuch, Städte und Gemeinden bei der Gestaltung einer nachhaltigen Kommunalentwicklung zu begleiten und zu unterstützen“, erklärt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), anlässlich der Preisverleihung. Der Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“ verbindet soziale, wirtschaftliche und ökologische Themen. Die DBU fördert den Wettbewerb mit einer Summe von 635.000 EURO. Ausgezeichnet wurden Kommunen in vier Teilnehmerklassen bis 5.000, bis 15.000, bis 100.000 und über 100.000 Einwohner.  

„Die Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen, dass viele Städte und Gemeinden gemeinsam mit Bürgern und Interessengruppen Vorbildliches im Sinne der Lokalen Agenda 21 geleistet haben. Die Konzepte, Strategien, Maßnahmen und Projekte der Preisträger können daher anderen Kommunen als Orientierung und Motivation dienen“, erläutert Prof. Dr. Harald Kächele, Bundesvorsitzender der Deutschen Umwelthilfe. Die Ausrichtung der Kommunalentwicklung in Richtung Nachhaltigkeit ist machbar, wie die Sieger-Kommunen zeigen.  

Wettbewerbskriterien sind die Nachhaltigkeitsmerkmale „Wohlbefinden“, „soziale Gerechtigkeit“, „Umweltqualität“ und „wirtschaftliche Effizienz“. Unter anderem wurden der Trinkwasserverbrauch, Ausbildungschancen und kommunale Ausgaben im sozialen Bereich gemessen. Zudem wurde ermittelt, was im Laufe des lokalen Agenda 21-Prozesses erreicht worden war. Eine Fachjury ermittelte die Sieger in den vier Teilnehmerklassen.  

Der Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“ ist ein Projekt der Deutschen Umwelthilfe in Zusammenarbeit mit Agenda-Transfer, ECOLOG-Institut und der GP Forschungsgruppe. Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund unterstützen das Projekt als Kooperationspartner. 

In dem bundesweiten Wettbewerb wird anhand 37 verschiedener Nachhaltigkeits-Indikatoren gemessen welchen Entwicklungsstand eine Kommune im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung hat und welchen Platz sie im Vergleich mit anderen Kommunen einnimmt. Mit Hilfe von Qualitätskriterien können Gemeinden einschätzen, ob der lokale Agenda 21-Prozess im Sinne einer echten Bürgerbeteiligung und zukunftsfähigen Politik verläuft. 

Mehr als 170 Städte und Gemeinden beteiligten sich im Laufe von drei Jahren am Wettbewerb. Freiburg bewarb sich in der Teilnehmerklasse über 100.000 Einwohner und freut sich darüber, dass die Zukunftsfähigkeit seiner Entwicklung nicht hinter der von Augsburg (Sieger 2002/2003) oder Saarbrücken und Rostock (Sieger 2001/2002) zurückliegt. Für das hervorragende Abschneiden Freiburgs waren die Indikatoren zur Nachhaltigkeit in den Bereichen Soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Effizienz, Umweltqualität und Ressourceneffizienz sowie Wohlbefinden ausschlaggebend. 

„Dieser erster Platz beweist, dass Freiburg eine attraktive Großstadt ist, die sich im Sinne der Agenda 21 auf dem Weg der Nachhaltigkeit befindet und in der sich die Bürgerinnen und Bürger wohlfühlen,“ betont Bürgermeisterin Gerda Stuchlik bei der Annahme des Preises in Berlin. 

Im Bereich soziale Gerechtigkeit setzt Freiburg auf die junge Generation. Im Vergleich zu den anderen Teilnehmerstädten zeigt Freiburg ein beachtliches finanzielles Engagement für Kinder und Jugendliche und verfügt über viele Kindergarten- und Ausbildungsplätze. Mit insgesamt über 7000 Kindergartenplätzen belegt Freiburg den zweiten Rang. 

Die wirtschaftlichen Effizienz  vor Ort ist gut. Unter 3 Prozent der Jugendlichen waren im Jahr 2002 arbeitslos – bundesweit lag die Jugendarbeitslosenrate bei 9,5 Prozent. Freiburg liegt knapp hinter Bonn, jedoch deutlich vor anderen Städten mit zum Teil über 10% Jugendarbeitslosigkeit. 

Die Stadt wirtschaftet effizient mit der Ressource „Fläche“. In den letzten Jahren wurden auf vorbildliche Weise Wohnhäuser und Bürogebäude auf umgenutzten Flächen errichtet. Freiburg gehört zu den dicht besiedeltsten Städten Deutschlands, 44 Menschen leben auf einem Hektar Siedlungsfläche. Trotzdem wird auch auf die Umwelt geachtet. So ist z.B. die Qualität der Fliessgewässer überdurchschnittlich hoch und die Erzeugung von Abfall gering.

Freiburg ist eine sehr gut mit Bus und Bahn erschlossene Stadt. Die Freiburgerinnen und Freiburger bevorzugen umweltfreundliche Verkehrsmittel: 70 Prozent gehen zu Fuß, oder fahren lieber mit dem Bus, Bahn oder Rad als mit dem Auto. 

Klimaschutz ist ein wichtiger Aspekt der Freiburger Stadtpolitik. Hier befinden sich die meisten Solaranlagen pro Einwohner im Vergleich zu anderen Großstädten dieser Teilnehmerklasse. Bei den Teilindikatoren Solarthermie mit 36,25 qm Kollektorfläche pro 1.000 Einwohner und Photovoltaik mit einer installierten Leistung von 12,7 Kilowatt (kW) pro 1.000 Einwohner belegt Freiburg mit großen Abstand den ersten Rang. Freiburg setzt zunehmend auf Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Biomasse und Windkraft. 

Auch bei der Qualitätseinschätzung des lokalen Agenda 21-Prozesses hat Freiburg gut abgeschnitten. Gemeinsam mit der Bürgerschaft wurden Leitbild und Leitziele für die künftige Stadtentwicklung erarbeitet. Hervorzuheben ist der umfassende Bürgerbeteiligungsprozess bei der Diskussion um den neuen Flächennutzungsplan. Bürgervereine und Lokale Agenda 21 haben hierzu mit der Stadt ein Konzept entwickelt, dass die Bürgerinnen und Bürger weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus an der Erstellung des Flächennutzungsplans beteiligt. 

Seit 1998 initiieren und realisieren Verwaltung, Bürger und Interessengruppen zudem zahlreiche nachhaltige Projekte. Freiburg ist die Stadt in Baden-Württemberg mit der größten Zahl der durch das Land Baden - Württemberg geförderten Agenda 21-Projekte. Als beispielgebende Projekte wurden für den Wettbewerb das Bürgerprojekt Flückigersee und der Treffpunkt Freiburg benannt. 

Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon: „Nach dem Titel „Öko-Hauptstadt“ der Deutschen Umwelthilfe im Jahr 1992 freuen wir uns sehr über den 1. Platz im Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“. Diese hohe Auszeichnung ist uns ein Ansporn. Bürgerschaft, Gemeinderat und Stadtverwaltung werden gemeinsam für eine sozial gerechte, wirtschaftlich erfolgreiche und ökologisch ausgerichtete Stadtentwicklung im Sinne der Agenda 21 weiterarbeiten.“