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Zukunftsfähiges
Freiburg |
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Freiburg
gewinnt beim Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“ Freiburg gewinnt den
ersten Platz beim Bundeswettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“, der von
der Deutschen Umwelthilfe (DUH) organisiert wurde. Der
Bundeswettbewerb ’Zukunftsfähige Kommune’ ist der gelungene Versuch,
Städte und Gemeinden bei der Gestaltung einer nachhaltigen
Kommunalentwicklung zu begleiten und zu unterstützen“, erklärt Dr.
Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU),
anlässlich der Preisverleihung. Der Wettbewerb „Zukunftsfähige
Kommune“ verbindet soziale, wirtschaftliche und ökologische Themen. Die
DBU fördert den Wettbewerb mit einer Summe von 635.000 EURO.
Ausgezeichnet wurden Kommunen in vier Teilnehmerklassen bis 5.000, bis
15.000, bis 100.000 und über 100.000 Einwohner. „Die
Ergebnisse des Wettbewerbs zeigen, dass viele Städte und Gemeinden
gemeinsam mit Bürgern und Interessengruppen Vorbildliches im Sinne der
Lokalen Agenda 21 geleistet haben. Die
Konzepte, Strategien, Maßnahmen und Projekte der Preisträger können
daher anderen Kommunen als Orientierung und Motivation dienen“, erläutert
Prof. Dr. Harald Kächele, Bundesvorsitzender der Deutschen Umwelthilfe.
Die Ausrichtung der Kommunalentwicklung in Richtung Nachhaltigkeit ist
machbar, wie die Sieger-Kommunen zeigen. Wettbewerbskriterien
sind die Nachhaltigkeitsmerkmale „Wohlbefinden“, „soziale
Gerechtigkeit“, „Umweltqualität“ und „wirtschaftliche
Effizienz“. Unter anderem wurden der Trinkwasserverbrauch,
Ausbildungschancen und kommunale Ausgaben im sozialen Bereich gemessen.
Zudem wurde ermittelt, was im Laufe des lokalen Agenda 21-Prozesses
erreicht worden war. Eine Fachjury ermittelte die Sieger in den vier
Teilnehmerklassen. Der
Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“ ist ein Projekt der Deutschen
Umwelthilfe in Zusammenarbeit mit Agenda-Transfer, ECOLOG-Institut und der
GP Forschungsgruppe. Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und
Gemeindebund unterstützen das Projekt als Kooperationspartner. In dem bundesweiten Wettbewerb wird
anhand 37 verschiedener Nachhaltigkeits-Indikatoren gemessen welchen
Entwicklungsstand eine Kommune im Hinblick auf eine nachhaltige
Entwicklung hat und welchen Platz sie im Vergleich mit anderen Kommunen
einnimmt. Mit Hilfe von Qualitätskriterien können Gemeinden einschätzen,
ob der lokale Agenda 21-Prozess im Sinne einer echten Bürgerbeteiligung
und zukunftsfähigen Politik verläuft. Mehr als 170 Städte und Gemeinden
beteiligten sich im Laufe von drei Jahren am Wettbewerb. Freiburg bewarb
sich in der Teilnehmerklasse über 100.000 Einwohner und freut sich darüber,
dass die Zukunftsfähigkeit seiner Entwicklung nicht hinter der von
Augsburg (Sieger 2002/2003) oder Saarbrücken und Rostock (Sieger
2001/2002) zurückliegt. Für das hervorragende Abschneiden Freiburgs
waren die Indikatoren zur Nachhaltigkeit in den Bereichen Soziale
Gerechtigkeit, wirtschaftliche Effizienz, Umweltqualität und
Ressourceneffizienz sowie Wohlbefinden ausschlaggebend. „Dieser erster Platz beweist, dass
Freiburg eine attraktive Großstadt ist, die sich im Sinne der Agenda 21
auf dem Weg der Nachhaltigkeit befindet und in der sich die Bürgerinnen
und Bürger wohlfühlen,“ betont Bürgermeisterin Gerda Stuchlik bei der
Annahme des Preises in Berlin. Im Bereich soziale Gerechtigkeit
setzt Freiburg auf die junge Generation. Im Vergleich zu den anderen
Teilnehmerstädten zeigt Freiburg ein beachtliches finanzielles Engagement
für Kinder und Jugendliche und verfügt über viele Kindergarten- und
Ausbildungsplätze. Mit insgesamt über 7000 Kindergartenplätzen belegt
Freiburg den zweiten Rang. Die wirtschaftlichen Effizienz vor Ort ist gut. Unter 3 Prozent der Jugendlichen waren im
Jahr 2002 arbeitslos – bundesweit lag die Jugendarbeitslosenrate bei 9,5
Prozent. Freiburg liegt knapp hinter Bonn, jedoch deutlich vor anderen Städten
mit zum Teil über 10% Jugendarbeitslosigkeit. Die Stadt wirtschaftet effizient mit der Ressource „Fläche“. In den letzten Jahren wurden auf vorbildliche Weise Wohnhäuser und Bürogebäude auf umgenutzten Flächen errichtet. Freiburg gehört zu den dicht besiedeltsten Städten Deutschlands, 44 Menschen leben auf einem Hektar Siedlungsfläche. Trotzdem wird auch auf die Umwelt geachtet. So ist z.B. die Qualität der Fliessgewässer überdurchschnittlich hoch und die Erzeugung von Abfall gering. Freiburg ist eine sehr gut mit Bus
und Bahn erschlossene Stadt. Die Freiburgerinnen und Freiburger bevorzugen
umweltfreundliche Verkehrsmittel: 70 Prozent gehen zu Fuß, oder fahren
lieber mit dem Bus, Bahn oder Rad als mit dem Auto. Klimaschutz ist ein wichtiger Aspekt der Freiburger
Stadtpolitik. Hier befinden sich die meisten Solaranlagen pro Einwohner im
Vergleich zu anderen Großstädten dieser Teilnehmerklasse. Bei den
Teilindikatoren Solarthermie mit 36,25 qm Kollektorfläche pro 1.000
Einwohner und Photovoltaik mit einer installierten Leistung von 12,7
Kilowatt (kW) pro 1.000 Einwohner belegt Freiburg mit großen Abstand den
ersten Rang. Freiburg setzt zunehmend auf Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen,
Biomasse und Windkraft. Auch bei der Qualitätseinschätzung des lokalen
Agenda 21-Prozesses hat Freiburg gut abgeschnitten. Gemeinsam mit der Bürgerschaft
wurden Leitbild und Leitziele für die künftige Stadtentwicklung
erarbeitet. Hervorzuheben ist der umfassende Bürgerbeteiligungsprozess
bei der Diskussion um den neuen Flächennutzungsplan. Bürgervereine und
Lokale Agenda 21 haben hierzu mit der Stadt ein Konzept entwickelt, dass
die Bürgerinnen und Bürger weit über die gesetzlichen Anforderungen
hinaus an der Erstellung des Flächennutzungsplans beteiligt. Seit 1998 initiieren und
realisieren Verwaltung, Bürger und Interessengruppen zudem zahlreiche
nachhaltige Projekte. Freiburg ist die Stadt in Baden-Württemberg mit der
größten Zahl der durch das Land Baden - Württemberg geförderten Agenda
21-Projekte. Als beispielgebende Projekte wurden für den Wettbewerb das Bürgerprojekt
Flückigersee und der Treffpunkt Freiburg benannt. Oberbürgermeister Dr.
Dieter Salomon: „Nach dem Titel „Öko-Hauptstadt“ der Deutschen
Umwelthilfe im Jahr 1992 freuen wir uns sehr über den 1. Platz im
Wettbewerb „Zukunftsfähige Kommune“. Diese hohe Auszeichnung ist uns
ein Ansporn. Bürgerschaft, Gemeinderat und Stadtverwaltung werden
gemeinsam für eine sozial gerechte, wirtschaftlich erfolgreiche und ökologisch
ausgerichtete Stadtentwicklung im Sinne der Agenda 21 weiterarbeiten.“
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